Ich freue mich dass wir einen schönen und spannenden Ausflug zum Dottenfelder Demeter Hof hatten. Ich habe mich auch nochmals bei Herrn Albrecht Denneler, dem geschäftsführenden Gesellschafter der LWG Dorttenfelderhof für die Führung bedankt.

Wir erfuhren zunächst bei der Begrüßung dass der Dorttenfelderhof von Mönchen gegründet wurde, die in historischen Zeiten schwer zu bewirtschaftende Flächen (hier handelte es sich um nasse und waldreiche Auenflächen der Nidda), die sonst niemand wollte, zu landwirtschaftlichen Flächen kultivierten.
Wir besichtigten zunächst den historischen Innenhof mit seinem Schweine – und Rinder Ställen bis wir dann durch die Hof Seitenausgänge entlang des Beerengartens mit roten u. schwarzen Johannisbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren und des Blumengartens (zum selbst pflücken) zu der eigentlichen Obstanlage spazierten.
Auf der hofnahen Obstanlage von ca. zwei Hektar wachsen hauptsächlich auf mittelstark wachsenden Unterlagen M25 Apfelbäume gemischt mit Zwischenpflanzungen wie Haselnuss, kleinere Laubbäume, Birne, Rosen, wilde Kirschpflaumen und am Ende einige Reihen von Weinreben. Wichtig zu wissen ist, dass die gesamte Obstanlage mit etwa 70 cm über dem Boden befindlichen schwarzen kunststoffleitungen für Bewässerung ausgestattet ist. Durch die nahegelegene Nidda darf der Dottenfelder Hof für seine gesamten landwirtschaftlichen Nutzflächen ohne Beschränkungen bewässern, was er auch das ganze Jahr in den trockenen Monaten aufgrund der Dürre auf den auch Wiesenflächen zur Heugewinnung, dieses Jahr getan hat.
Außerhalb des Hofes werden noch größere Streuobstwiesenflächen, die von der Stadt Bad Vilbel kostenfrei gepachtet sind, bewirtschaftet.

Durch die Bewässerung der Obstanlage sind die Früchte reichhaltig und relativ groß und es gibt wenig Fruchtfall.
Direkt um die Stämme herum wird regelmäßig Gründüngung eingesät die dann im Sommer gemulcht wird. Aktuell ist unbewachsener Boden zu sehen, wodurch die Wasserverdunstung vermindert wird. Auf den Grünstreifen zwischen den Obstbäumen wird regelmäßig mit einem rotierenden Sichelmulcher gemulcht und das Schnittgut wird mit einem Heuschwader maschinell an die Pflanzstreifen heran gebracht, um im Wurzelbereich Nährstoffe durch organisches Material zur Verrottung desselben dort abzulagern.
Da der Dottenfelder Hof über reichlich tierischen Mist wie Rinder Mist, Schweinemist, Schafmist, Hühner Mist verfügt wird dieser nach biologisch dynamischen Richtlinien kompostiert. Auch der Trester aus der Apfelsaftbereitung wird dazu verwertet.
Der fertige Kompost wird dann mit einem Kompoststreuer als Anhänger mit einer Streumechanik die den Kompost an die Pflanzflächen heranstreut, ausgebracht.
Die Kompostmenge die ausgebracht wird beträgt 50 Doppelzentner pro Hektar. Ob diese Menge jährlich oder in größeren Abständen ausgebracht wird ist aktuell nicht bekannt.
Auch Schafbeweidung auf den Grünflächen zwischen den Obstbaumreihen wird angewendet mittels eines mobil verschiebbaren Pferches zum Schutz der Obstbäume gegen Fraßschäden.
Neben der regelmäßigen Ausbringung der sogenannten biologischen dynamischen Spritzpräparate (das sind spezielle Präparate die nur im biologisch dynamischen Anbau in homöopathischen Dosen eingesetzt werden) wird regelmäßig mit Netzschwefel gegen Schorf und möglichst nur einmalig mit Kupferpräparaten gegen Pilzkrankheiten und bakterielle Infektionen. gespritzt.
Wir konnten uns einen wunderbaren Eindruck davon verschaffen, wie ein biologisch bewirtschafteter Hof und besonders die Obstanlage bearbeitet werden.
Es sind viele arbeitsintensive Maßnahmen notwendig, um am Ende solch schmackhafte und auch vermarktbare Früchte zu erzeugen.
Wir erhielten viele Informationen über die biologisch dynamische Bewirtschaftung der Obstanlage, die Düngung mit Kompost, dessen Anlage und Ausbringung mit Maschinen ,sowie die Bodenbearbeitung in der Obstanlage und die Behandlung der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge.
Die Informationen über die Kompostbereitung wollen wir für unser Projekt Pferdemist/Trester Kompostierung nutzen.


